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Impfungen (Katzen)

 

Warum sollte meine Katze geimpft werden?

Als Besitzer entscheiden Sie sich für die Impfung Ihrer Katze, weil Sie sie vor bestimmten Krankheiten schützen wollen. Durch die Verabreichung eines Impfstoffs mit abgeschwächten oder abgetöteten Viren wird das Immunsystem der Katze zur Bildung von Antikörpern gegen diese Viren angeregt, so dass das Immunsystem vorbereitet ist, wenn es auf die betreffende Infektion trifft. Virusinfektionen können nicht mit Antibiotika behandelt werden, daher ist Prävention wichtig.

 

Die Impfung bietet der Katze den bestmöglichen Schutz, wenn sie einer Viruserkrankung ausgesetzt ist. Eine schwere Infektion oder der Ausbruch eines neuen Virusstammes kann jedoch auch bei geimpften Katzen zu einer Infektion führen. Der Krankheitsverlauf ist dann jedoch i.d.R. nicht kritisch und daher nicht tödlich.

 

Katzenwelpen erwerben über das Kolostrum (die allererste Milch) Antikörper gegen die Krankheiten, gegen die ihre Mutter Antikörper hat. Diese werden als maternale Antikörper bezeichnet. Diese Antikörper bleiben wirksam, bis die Katze etwa 11-15 Wochen alt ist. Ab diesem Zeitpunkt muss die Katze ihre eigenen Antikörper bilden.

Katzen können ab einem Alter von 8 Wochen geimpft werden. Durch die Impfung im Alter von 8 Wochen ist es möglich, das Jungtier in der Zeit zu schützen, in der es die maternalen Antikörper nachlassen.

Um eine erfolgreiche Impfung zu gewährleisten, muss die erste Impfung 2-mal im Abstand von 4 Wochen wiederholt werden. Dies wird als Grundimmunisierung bezeichnet. Die Wiederholungsimpfungen werden verabreicht, um den Antikörperspiegel auf ein ausreichend hohes Niveau zu bringen. Die letzte Impfung sollte im Alter von 16 Wochen erfolgen.

Alle Katzen sollten dann ein Jahr nach der Grundimpfung, d. h. im Alter von etwa 15 Monaten, gegen dieselben Krankheiten erneut geimpft werden. Danach gibt es unterschiedliche Impfintervalle, je nachdem, gegen welche Krankheiten die Katze geschützt werden soll.

 

Gegen welche Krankheiten wird geimpft?

 

Katzen werden traditionell gegen Krankheiten geimpft, die durch 3 verschiedene Viren verursacht werden:

 

Panleukopenie, oder auch als „Katzenseuche“ bezeichnet, wird durch das Feline Parvovirus verursacht – schwere Verläufe treten in der Regel bei Katzen unter einem Jahr auf, aber auch bei erwachsenen Tieren mit einem geschwächten Immunsystem. Das Virus greift den Darm an. Die Katze zeigt hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall und Ausfluss aus Nase und Augen. Der Verlauf ist kurz und endet bei Jungtieren meist mit dem Tod.

 

Katzenschnupfen ist ein Sammelbegriff für eine Krankheit, die durch zwei verschiedene Viren verursacht wird: Felines Herpes- und felines Calicivirus.

 

Die Herpesvirus-Infektion betrifft auch oft junge Katzen und verursacht akuten Niesreiz und Ausfluss aus Nase und Augen sowie Fieber. Es können Geschwüre auf der Hornhaut und im Mund auftreten. Nach einmaliger Infektion ist die Katze lebenslang Träger des Virus.

 

Die Calicivirus-Infektion ist ebenfalls eine Infektion der Atemwege, die mit leichten Erkältungssymptomen beginnt, aber wie Herpes ebenfalls einen schweren Verlauf zeigen kann - mit Husten, Fieber, Ausfluss aus Augen und Nase und wunden Stellen auf der Zunge.

 

Zusätzlich zu diesen drei Viren können Sie Ihre Katze auch gegen Leukämie schützen:

 

Feline Leukämie (FeLV) wird durch ein Virus verursacht, das das Immunsystem der Katze ausschaltet. Sie äußert sich u.a. durch Blutarmut und verläuft in der Regel tödlich. Es gibt keine Heilung für leukämiekranke Katzen. Das Katzenleukämievirus ist nicht auf den Menschen übertragbar.

 

Zusätzlich zu diesen Krankheiten können Sie Ihre Katze gegen Tollwut schützen. Deutschland ist frei von Tollwut, allerdings kann es durch Auslandsimporte zu vereinzelten Tollwutfällen kommen. Eine Impfung kommt nur in Frage, wenn die Katze Freigänger ist oder eine Reise ins Ausland geplant ist. Bei Reisen ins Ausland ist die Tollwutimpfung sowie einige weitere Anforderungen z.B. die Ausstellung eines Heimtierausweises Pflicht.

Wie wird eine Impfung durchgeführt?

Es erfolgt immer eine allgemeine Untersuchung der Katze, um sicherzustellen, dass sie gesund ist. Tiere, die nicht zu 100 % gesund sind, sollten nicht geimpft werden, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten.

 

Der Impfstoff wird unter die Haut gespritzt. Tiere haben im Gegensatz zu Menschen viel Platz unter der Haut, so dass es selten zu einer nennenswerten Reaktion der Katze kommt.

 

Es ist empfehlenswert die Katze zu einem jährlichen Gesundheitscheck in Bezug auf Allgemeinzustand, Fell, Gewicht, Zähne usw. beim Tierarzt vorzustellen. Dann wird entschieden, ob die Katze erneut geimpft werden sollte.

Wie lange dauert eine Impfung?

Katzen reagieren individuell auf Impfungen, und auch bei der Entwicklung von Antikörpern gegen verschiedene Krankheiten reagieren sie unterschiedlich. Es gibt jedoch allgemeine Richtlinien für die Dauer des Impfschutzes. Ein Gremium hochspezialisierter Experten, die StIKo Vet, empfiehlt, bei Katzenwelpen eine Grundimmunisierung mit der letzten Impfung im Alter von 16 Wochen sowie einer Wiederholungsimpfung ein Jahr später - d. h. mit etwa 15 Monaten.

 

Bei der Festlegung einer Impfstrategie ist es wichtig zu wissen, dass sich die Katze auch dann noch infizieren kann, wenn sie geimpft ist. Dies geschieht, wenn der Infektionsdruck hoch genug ist oder wenn das Virus mutiert, wie es von der Grippe beim Menschen bekannt ist.

 

Es sollte auch erwähnt werden, dass es Viruskrankheiten bei Katzen gibt, gegen die eine vorbeugende Impfung nicht möglich ist. Dazu gehören Katzenaids (FIV) und FIP.

Gibt es Risiken im Zusammenhang mit der Impfung?

 

Der Impfstoff selbst birgt in der Regel kein Risiko. Sehr viele Katzen werden geimpft und nur sehr wenige Katzen erleiden jedes Jahr Komplikationen. Moderne Impfstoffe sind sehr sicher, aber grundsätzlich kann es immer zu einer Reaktion kommen, wenn eine fremde Substanz verabreicht wird.

 

Die häufigste Reaktion auf den Impfstoff ist, dass einige Katzen, insbesondere Jungtiere, am Tag der Impfung mit Müdigkeit und möglicherweise Appetitlosigkeit reagieren. Gelegentlich kommt es auch zu leicht erhöhter Temperatur, die in weniger als zwei Tagen abklingen sollte. Manchmal kommt es zu einer leichten Reaktion an der Injektionsstelle mit Juckreiz und einer leichten Schwellung, die jedoch in der Regel innerhalb weniger Wochen abklingt.

 

In sehr seltenen Fällen kann bereits wenige Minuten nach einer Impfung ein sogenannter anaphylaktischer Schock auftreten. In diesem Fall sollte der Tierarzt so schnell wie möglich erneut kontaktiert werden, damit die Katze behandelt werden kann.

 

Die Impfung von trächtigen und säugenden Katzen wird generell nicht empfohlen. Es wird jedoch empfohlen, die weibliche Katze vor der Paarung zu impfen, damit sie ihre Welpen durch ihr Kolostrum schützen kann.

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