Artgerechte Ernährung von Kaninchen und Meerschweinchen
Der Magen-Darm-Trakt
Im Verhältnis zur ihrer Körpergröße benötigen kleine pflanzenfressende Säugetiere deutlich mehr Energie und Eiweiß als größere Pflanzenfresser.
Deshalb haben unsere kleinen Heimtiere spezielle Anpassungen in ihrem Verdauungssystem entwickelt, wie zum Beispiel einen vergrößerten Blinddarm.
Damit das Verdauungssystem gesund bleibt, ist eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen unerlässlich. Diese fördern die Darmbewegung und unterstützen ein stabiles Gleichgewicht der Darmflora - das sogenannte Mikrobiom. Fehlen solche Fasern oder sind sie in der Nahrung nur unzureichend vorhanden, kann das Gleichgewicht der Bakterien gestört werden. Enthält das Futter zudem zu viele leicht verdauliche Kohlenhydrate, kann dies das Wachstum schädlicher Bakterien begünstigen.
Ein solches Ungleichgewicht wird als Dysbiose bezeichnet und kann zahlreiche gesundheitliche Probleme verursachen.
Heu - Die Basis einer jeden Fütterung
Für kleine Pflanzenfresser ist Heu die Basis der Gesundheit. Es dient nicht nur der Vorbeugung von Erkrankungen des Verdauungsapparats, sondern ist auch für die zahnmedizinische und mentale Gesundheit. Es sollte daher immer ausreichend hochwertiges, ballaststoffreiches Heu zur Verfügung stehen. Ein zu viel an Heu gibt es nicht - je mehr Heu zur Verfügung steht, desto größer ist die Möglichkeit, ständig zu fressen, was sowohl mentale als auch die körperliche Gesundheit fördert.
Wieviel Heu sollte also mindestens angeboten werden?

Chinchillas und Meerschweinchen sollten täglich einen Heuhaufen fressen, welcher ihrer doppelten Körpergröße entspricht.


Kaninchen sollten täglich einen Heuhaufen fressen, welcher mindestens so groß ist, wie sie selbst.
Gute Heuqualität
Wie sollte das Heu beschaffen sein?
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weich und biegsam
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frischer Duft
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ausgewogenes Verhältnis von Blättern, Stängeln und Samenköpfen
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Kräuteranteil sollte gering gehalten werden
Blätter:
- werden bevorzugt gefressen
- reich an Ballaststoffen und Eiweiß
- weich
Stängel:
- enthält die meisten Ballaststoffe (über 25%)
- werden meist am Schluss gefressen
- besonders gut für die Zahnpflege
Sollte Ihr Haustier die Heustängel aussortieren, werfen Sie diese nicht weg - Sie können diese einfach unter das frische Heu mischen, um Ihr Tier anzuregen, diese wichtigen ballaststoffreichen Pflanzenteile zu fressen.
Samenkopf:
- sehr eiweißreich
- wird meist nach den Blättern gefressen
- je kleiner die Samenköpfe, desto unreifer ist das Heu
Gutes aus der Natur

Die Brennessel
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reich an Enzymen, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen
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sehr hoher Rohfasergehalt
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leicht verdauliches Eiweiß
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viel Eisen und Vitamin C
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Mikronährstoffe und wertvolle Öle in den Samen

Der Spitzwegerich
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viele Flavinoide
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reich an ätherischen Ölen
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viele Gerbstoffe
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reich an Mineralstoffen und Vitamine
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hoher Gehalt an Kupfer und Kalium

Die Schafgabe
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Blätter enthalten viele Schleim- und Gerbstoffe
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reich an Flavonoiden
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reich an ätherischen Ölen
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Junge Blätter mit viel Vitamin C (bei Ernte vor der Blütenzeit)
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Wertvolle Ballaststoffe in den reifen Samenständen
