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Niereninsuffizienz

Eingeschränkte Nierenfunktion bei Katzen

 

Die Nieren sind für den Körper lebenswichtig. Sie scheiden Stoffwechselendprodukte mit dem Urin aus, halten den Flüssigkeitshaushalt aufrecht, regulieren den Blutdruck und schütten Hormone aus, die für die Menge der roten Blutkörperchen verantwortlich sind. Sie sind so wichtig, dass ernsthafte Krankheitssymptome auftreten, wenn sie nicht optimal funktionieren. Glücklicherweise verfügen sie über eine sehr große Reservekapazität. Mehr als 2/3 des Nierengewebes müssen verloren gehen, bevor Probleme auftreten.

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Was sind die Symptome einer Nierenfunktionsstörung?

Diese langsam fortschreitende Erkrankung betrifft fast immer ältere Katzen und ist relativ häufig. Studien in Tierkliniken zeigen, dass eine von acht Katzen über 10 Jahren eine messbare Beeinträchtigung der Nierenfunktion hat, teils aber noch keine Symptome zeigen. Es wird geschätzt, dass mindestens ebenso viele unentdeckt bleiben.
Wenn die Symptome beginnen, sehen sie in der Regel wie folgt aus:

 

  • allmählicher Gewichtsverlust

  • vermehrtes Trinken

  • glanzloses, ungepflegtes Fell

  • verringerter Appetit

  • möglicherweise Erbrechen

 

Da die Symptome eher unspezifisch sind und im Laufe der Zeit schleichend auftreten, bleiben sie oft unbemerkt oder der Besitzer denkt, dass es daran liegt, dass die Katze alt wird. Oft wird erst dann der Tierarzt besucht, wenn regelmäßiges Erbrechen dazu kommt.

 

Das Erbrechen wird durch Abfallstoffe verursacht, die sich im Blut ansammeln und die Magenschleimhaut angreifen. Außerdem verursachen sie Übelkeit, so dass die Katze nicht mehr fressen will. Das vermehrte Trinken, welches nierenkranke Tiere zeigen, spült das System vermehrt durch und kann weitere Symptome lange verschleiern, bis die Konzentration der Stoffe im Blut schließlich so hoch ist, dass ein Ausgleich nicht mehr möglich ist und es zu Symptomen wie Erbrechen kommen kann.

Wie kann der Tierarzt eine Nierenschädigung diagnostizieren?

Die beste Möglichkeit, die Diagnose zu stellen, ist die Untersuchung einer Blut- und Urinprobe.  Sie zeigen in der Regel, dass der Urin sehr dünnflüssig ist, da die Nieren nicht mehr in der Lage sind, den Urin zu konzentrieren. Ebenso kann ein vermehrter Eiweißverlust über den Urin nachgewiesen werden, der dann einer Therapie bedarf. Bei bestehender Nierenerkrankung sollte auch immer eine Blutdruckmessung erfolgen, da durch die Nierenerkrankung auch Bluthochdruck entstehen kann. Dieser sollte unbedingt therapiert werden, da sonst häufig Schädigungen anderer Organe auftreten können (Netzhautablösung, weiter Schädigung der Nieren, Kopfschmerz usw.).

 

Bei der Blutuntersuchung achtet der Tierarzt auf die Nierenwerte SDMA, Kreatinin, Harnstoff und Phosphat . Indem man ihre Höhe bestimmt und sie gegeneinander abwägt, kann man sich ein Bild von der Fähigkeit der Nieren machen, Abfallprodukte aus dem Blut zu entfernen, und somit von ihrem Zustand.

 

Wie wird eine Nierenschädigung behandelt?

Wenn das Nierengewebe einmal zerstört ist, kann es nicht wiederhergestellt werden. Es gibt somit kein Medikament, das Nierenversagen heilen kann. Beim Menschen erfolgt in dieser Situation eine Dialyse oder Nierentransplantation. Bei Tieren haben wir diese Möglichkeiten nicht, dennoch gibt es Einiges, was man machen kann, um das Leben eines nierenkranken Tieres zu verbessern und zu verlängern:

Durch die Fütterung eines Spezialfutters für nierenkranke Tiere können Sie die Belastung des verbleibenden Nierengewebes begrenzen und so das Leben der Katze verlängern. Da die meisten Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Abbau von Eiweiß in der Nahrung stammen, ist es wichtig, die Eiweißzufuhr auf die Menge zu beschränken, die die Katze benötigt - und nicht mehr. Es wird Eiweiß mit einer so genannten hohen biologischen Wertigkeit verwendet, d. h. der größte Teil davon kann vom Körper verwertet werden. Es ist zudem wichtig, die Menge an Phosphor zu begrenzen, denn dieser Mineralstoff belastet die Nieren am meisten.

 

Da viele nierenkranke Katzen sehr schlechte Fresser sind, kann es zudem von Vorteil sein, Nassfutter zu füttern. Lebensmittel, die gut riechen, sind ein wenig verlockender.

 

Die richtige Ernährung ist eine der wichtigsten Punkte, aber es gibt auch eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln auf dem Markt, die zusätzlich unterstützen können. Ein Beispiel hierfür sind die so genannten Phosphatbinder. 

 

Je nach Zustand der Katze kann eine Infusionstherapie hilfreich sein. Das bedeutet, dass Ihre Katze für einige Tage eine Infusion bekommt, um die Abfallprodukte aus dem Blut zu spülen. Dadurch fühlen sich viele Katzen erstmal wesentlich besser. Meist wird auch ein Medikament gegen Übelkeit verabreicht. 

Wie sieht die Zukunft Ihrer Katze aus, wenn sie eine eingeschränkte Nierenfunktion hat?

Es kann schwierig sein, den Verlauf eines Nierenpatienten vorherzusagen.

Wenn die Nierenprobleme bereits zu einem Zeitpunkt erkannt werden, an dem die Nierenwerte nur mäßig erhöht sind, und dann konsequent das richtige Futter gefüttert wird, besteht für viele Katzen eine deutlich höhere Lebenserwartung, als wenn die Nierenerkrankung unerkannt bleibt. Allerdings kann ein genauer Zeitrahmen nicht angegeben werden, da dies sehr individuell ist.

Umgekehrt kann es bei Katzen mit sehr offensichtlichen Symptomen und stark erhöhten Werten teils sehr schwer bis unmöglich sein, diese wieder in den Griff zu bekommen, sodass in diesen Fällen auch eine Euthanasie ratsam sein kann.

Zwischen diesen beiden Extremen finden sich gelegentlich "Nierenkatzen", die sich weigern, neues Futter zu fressen, aber ihr gewohntes Futter noch gut aufnehmen. Sobald diese sich durch die Flüssigkeitsbehandlung beim Tierarzt erholt haben, setzen sie ihr Leben fort und leben länger, als man es erwartet hätte - allen Widrigkeiten zum Trotz.

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