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Wie wird man Tierarzt/in?

Eine häufig gestellte Frage von Praktikanten, die bei uns hospitieren.

Für ein Tiermedizinstudium ist die Allgemeine Hochschulreife erforderlich. 

Derzeit gibt es fünf Universitäten in Deutschland, an denen Tiermedizin studiert werden kann: Berlin, Hannover, Giessen, Leipzig und München. Die 1120 Studienplätzen sind sehr begehrt und werden zu knapp 90% von Frauen besetzt. 

Für die Bewerbung an einer Hochschule sollte vorher der Test für medizinische Studiengänge absolviert werden (Achtung hier gibt es zwei Termine pro Jahr, Kosten liegen bei ca. 100€). Der Test sollte vorher etwas geübt werden. Dafür stehen unter folgender  Adresse Materialien zur Verfügung: Test für medizinische Studiengänge (TMS) – Informationen und Anmeldung zum "Mediziner-Test" (tms-info.org)

Nach erfolgreicher Bewerbung an den einzelnen Universitäten geht es mit dem Wintersemester los.

Insgesamt stehen dem Studierenden/in 5020 Unterrichtstunden bevor.

Diese werden in einer Zeit von 11 Semestern absolviert. In der vorlesungsfreien Zeit erfolgen  die Prüfungen (Vorphysikum, Physikum 1. , 2. und 3. Staatsexamen).

Zu den Unterrichtsfächern zählen:

1. und 2. Studienjahr:

Physik (56 Stunden)

Chemie (126Stunden)

Zoologie (70Stunden)

Botanik einschließlich Futter-, Gift- und Heilpflanzenkunde (70 Stunden)

Biometrie (28 Stunden)

Berufsfelderkundung (medizinische Terminologie, Geschichte der Veterinärmedizin, Berufskunde) (42 Stunden)

Anatomie (224 Stunden)

Histologie (49 Stunden)

Embryologie (49 Stunden)

Ethologie (28 Stunden)

Landwirtschaftslehre (28 Stunden)

Tierhaltung (56 Stunden)

Allgemeine Radiologie einschließlich Strahlenphysik (42 Stunden)

Physiologie Physiologische Chemie (Biochemie) (280 Stunden)

Futtermittelkunde (42 Stunden)

Tierzucht und Genetik einschließlich Rassenlehre und Tierbeurteilung (84 Stunden)

Klinische Propädeutik (98 Stunden)

Tierschutz (56 Stunden)

Wahlpflichtveranstaltungen

3. bis 5. Studienjahr:

Labortierkunde (14 Stunden)

Tierernährung (56 Stunden)

Tierschutz (56 Stunden)

Tierärztliches Berufs- und Standesrecht (28 Stunden)

Geflügelkrankheiten (28 Stunden)

Pharmakologie und Toxikologie einschließlich klinischer Pharmakologie – Arznei- und Betäubungsmittelrecht, Arzneiverordnungs- und -anfertigungslehre, Rückstandsbeurteilung (126 Stunden)

Bakteriologie und Mykologie, Virologie, Parasitologie und Immunologie (224 Stunden)

Krankheiten der Reptilien, Amphibien, Fische sowie der Bienen (28 Stunden)

Tierseuchenbekämpfung (42Stunden)

Allgemeine Pathologie und spezielle pathologische Anatomie, Histologie einschließlich Obduktionen (182 Stunden)

Tierhygiene (56 Stunden)

Innere Medizin einschließlich Laboratoriumsdiagnostik, Diätetik (126 Stunden)

klinische Ausbildung – Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung einschließlich Neugeborenen- und Euterkrankheiten (126 Stunden)

klinische Ausbildung – Chirurgie einschließlich Operations- und Betäubungslehre, Augenkrankheiten, Huf- und Klauenkrankheiten, klinische Ausbildung einschließlich klinischer Radiologie (126 Stunden)

Bestandsbetreuung und Ambulatorik (42Stunden)

Lebensmittelkunde und -hygiene einschließlich Technologie und Qualitätssicherung Lebensmittelmikrobiologie, Lebensmittelrecht und Untersuchung von Lebensmitteln – Milchkunde und -hygiene einschließlich Technologie und Qualitätssicherung, Mikrobiologie der Milch und Milchuntersuchungen – Fleisch- und Geflügelfleischhygiene einschließlich Technologie und Qualitätssicherung (196 Stunden)

klinische Ausbildung in den Fächern Geflügelkrankheiten, Innere Medizin, Gynäkologie, Andrologie und Chirurgie (518 Stunden)

Querschnittsfach Klinik (126 Stunden)

Querschnittsfach Lebensmittel (126 Stunden)

Wahlpflichtveranstaltungen, an denen der Studierende zusätzlich teilzunehmen hat (308 Stunden)

Übungen in Landwirtschaft, Tierzucht und Tierhaltung (70 Stunden)

Praktische Ausbildung in einer tierärztlichen Praxis oder tierärztlichen Klinik (850 Stunden)

Praktische Ausbildung in der Hygienekontrolle und in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung (175 Stunden)

Praktische Ausbildung in der amtlichen Lebensmittelüberwachung und in der Kontrolle des Verkehrs mit Lebensmitteln (75 Stunden)

Sind alle Prüfungen geschafft und bestanden, so erhält man seine Approbation und darf als Tierarzt/in arbeiten. 

Möchte man noch eine Promotionsarbeit anschließen, sollte ein Zeitrahmen von zwei Jahren eingerechnet werden. Nach Einreichung der Doktorarbeit findet noch eine mündliche Prüfung (Rigorosum) statt. Danach darf man offiziell den Titel eines Doktors/ Doktorin tragen. Die Promotion gilt als Nachweis der Befähigung zu besonders vertiefter wissenschaftlicher Arbeit und beruht auf einer selbständig verfassten wissenschaftlichen Arbeit (Dissertation) sowie einer mündlichen Prüfung (RigorosumDisputation oder Kolloquium). 

Der Fachtierarzt ist ein Titel für Tierärzte, der in einer postgradualen Weiterbildung erlangt wird. Anders als der Facharzt in der Humanmedizin ist ein Fachtierarzt nicht zur selbstständigen praktischen Berufsausübung erforderlich, sondern zeigt eine Zusatzqualifikation in einem bestimmten Fachgebiet an.

Ist die Ausbildung dann zu Ende?

Die einzelnen Tierärztekammern legen fest, wie viele Fortbildungsstunden jährlich zu leisten sind. Die Tierärztekammer Nordrhein schreibt 20h Fortbildungen/ Jahr vor. 

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